besser: wissen bietet einen Literaturzirkel für geübte Leser an. Vier mal pro Semester trifft sich die kleine Runde von maximal zwölf Personen und diskutiert über ein Werk, das jeder zuvor gelesen hat. Besprochen werden anspruchsvolle Bücher und nicht nur Neuerscheinungen.

Warum ist ein Buch gut oder schlecht? Was ist das Besondere daran? Was haben andere Leser darin entdeckt?

 

 

"Lesen und Reden" - Literaturzirkel

Diskussion über Romane und Theaterstücke
Moderation: Dr. Cornelia Schoof
4 x 90 Minuten = gratis, aber mit Schnittchen :), dienstags (alle vier bis sechs Wochen)
18.30 - 20 Uhr, Königstraße 23
10. März, 28. April, 26. Mai und 23. Juni 2020

erster Termin: "Schlafes Bruder" von Robert Schneider
zweiter Termin: "Brüder" von Jackie Thomae
dritter Termin: "Der Stechlin" von Theodor Fontane
vierter Termin: noch offen

 

 


Literarischer Salon

besser: wissen lädt im Frühjahr oder im Herbst zum Literarischen Salon ein. Menschen, die etwas zu sagen haben, gestalten dann den Abend.

Um Sklavenmärchen aus Nordamerika ging es in unserem Salon am 8. November 2013. Martina Schulze sprach über Kurzgeschichten von Charles Waddell Chesnutt (1858-1932), einem Pionier der afroamerikanischen Literatur. Statt den alten Süden und die Sklaverei zu romantisieren, wie es populäre zeitgenössische weiße Schriftsteller taten, zeigte Martina Schulze eindrucksvoll, wie Chesnutt in seinen Erzählungen die Lebenswelt der Sklaven, ihre Nöte aber auch ihre besonderen Kräfte in einem realistischen Stil beschrieben hat. Martina Schulze hat Amerikanistik, Geschichte und Sprachlehrforschung an der Universität Hamburg und an der Indiana University in Bloomington studiert. Sie hat mehr als 15 Jahre für die US-Regierung in Deutschland gearbeitet.

Da war er wieder: Regisseur und Schauspieler Klaus Hemmerle sprach am 19. Februar 2013 über seine Inszenierung von Tschechows "Onkel Wanja". Er verband das Wissen eines Professors mit der Unterhaltsamkeit eines großen Erzählers. Tschechow als Autor und vor allem als Mensch wurde greifbar.

Schon einmal war der Regisseur und Schauspieler Klaus Hemmerle zu Gast im Salon. Am 29. März 2012 hat er über seine Shakespeare-Produktion "Viel Lärm um nichts" gesprochen. Das Ganze war spannend, geistreich und äußerst kurzweilig. Hintergründe zum Stück, zu Übersetzungen, zu Shakespeare, zur Aufführungspraxis damals und natürlich zur Inszenierung hat er in Form von Vortrag und Diskussion geboten.

Richard Wagner und Thomas Mann am Theater Lübeck: Das spannende Projekt von Oper und Schauspiel ist eine Parallelaktion ohne sichtbare Verknüpfung. Niemand spricht über Wagners Einfluss auf Thomas Mann und darüber, ob das ehrgeizige Projekt, das Lübeck bundesweite Presse beschert, überhaupt trägt. Unser Salon am 29. Oktober 2010 war eine kritische Würdigung. Als Referenten konnten wir Hans Georg Rieckmann gewinnen. Es war ein eindrucksvoller Abend, getragen vom großen Wissen des Geschichts- und Musikkenners.

Der Hamburger Zauberer Christian Knudsen war am 25. Juni zu Gast in unserem Salon. Die Zuschauer erlebten ein Miteinander von Zauberei und Literatur, eben das geistreiche Spiel mit dem Schein. Christian Knudsen setzte auf feine Effekte und suchte den Zauber im Verborgenen.

Am 25. September 2009 setzte der Schauspieler Jan Becker den Monolog eines Mannes in Szene, der ein recht ambivalentes Verhältnis zu seinem Instrument und damit zu seinem Beruf und zu seinem Leben aufgebaut hat. Der Mann spielt Kontrabass - das klobige Instrument, das in keinem Orchester fehlen darf, aber selten zu Ehren kommt. Es wurde ein beeindruckender szenischer Abend, tragisch-komisch und anrührend. Jan Becker war von 2005 bis 2007 am Theater Lübeck engagiert. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Die Kunsthistorikerin und langjährige Leiterin des Behnhauses Dr. Brigitte Heise hat am 8. Mai 2009 den Salon gestaltet. Sie sprach über Märchen und Erzählungen für Erwachsene von Johann Carl Musäus (1735-1787). Brigitte Heise ist eine begnadete Erzählerin, der es gelang, diesen Schriftsteller aus dem Umkreis Goethes in Weimar lebendig werden zu lassen.

Der Regisseur und Schauspieler Klaus Hemmerle war am 28. November 2008 zu Gast im Salon. Der Wahl-Stuttgarter diskutierte mit seinem Publikum fröhlich und fundiert über seine Inszenierung der "Minna von Barnhelm" am Theater Lübeck, sprach über modernes Regietheater und werkgerechtes Inszenieren.

Am 9. Mai 2008 konnten wir Andrea Jeska für den Salon gewinnen. Die Schriftstellerin und Journalistin las aus ihren Büchern "Als der Inkosi tanzen lernte" und "Tschetscheniens vergessene Kinder". Auf die wiederholte Frage, warum sie in gefährliche Länder reise, immer wieder sich und damit auch ihre Familie gefährde, antwortete sie: "Ich bin Journalistin. Bei mir kam irgendwann der Punkt, wo ich mich nicht mehr umdrehen und wegschauen konnte."